Sekundenstil

Der Sekundstil ist eine der Darstellungsmethoden, in der Literatur des Naturalismus.

Sekundenstil bedeutet, dass die erzählte Zeit und die Erzählzeit (d.h. die Zeit, die es braucht um das Geschehen zu erzählen) gleich sind. Die Vorgänge werden in ihrem Ablauf also sekundenweise dargestellt. Auch was die Sinne wahrnehmen wird aufgezeichnet. So soll die gesamte Wirklichkeit sekundengetreu abgebildet werden.

Eines der herausragenden Beispiele für die Verwendung des Sekundenstils ist das naturalistische Drama „Papa Hamlet“ von Arno Holz und Johannes Schlaf. Auch im Drama „Familie Selicke„, das als das erste naturalistische Drama gilt, in dem alle Merkmale naturalistischer Literatur deutlich sind, kommt dem Sekundenstil eine wichtige Bedeutung zu.

3 Gedanken zu „Sekundenstil“

  1. Der Begriff Sekundenstil kann sinnvoll nur auf epische, nicht aber auf dramatische Texte angewendet werden, bei denen von Erzählzeit und erzählter Zeit gar nicht die Rede sein kann, die in der Figurenrede des Dramas notwendigerweise zusammenfallen (allerdings vermischt man die Gattungsbegriffe unzulässig, wenn man in bezug auf das Drama von erzählter oder Erzähl-Zeit redet). So ist auch der als Beleg angeführte ›Papa Hamlet‹ ist kein Drama, sondern ein Erzähltext, der eben durch den Sekundenstil dramatische Merkmale aufweist.

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